Gedächtnis des Menschen – Vom Vergessen bis zur Demenz

Das Gedächtnis des Menschen gilt als eines der wichtigsten Faktoren, die ein Mensch im Vergleich zu anderen Lebewesen unterscheidet. Nicht nur die gespeicherten Erfahrungen und das Wissen sind hier ein Merkmal des Komplexen, sondern natürlich auch die Erinnerung an Personen, Orte, Ereignisse oder vergleichbarem. Wenn dieses Wissen verloren geht, ist der Mensch praktisch hilflos. Ein Ereignis aus der Vergangenheit zu vergessen, ist dabei menschlich, nach und nach jedoch immer mehr Informationen zu verlieren eine Krankheit. In der Medizin spricht man hier von Demenz.

Vergesslichkeit ist nicht zwangsläufig eine Erkrankung

Im Laufe unseres Lebens gibt es immer wieder Dinge, die wir einfach vergessen oder die uns nicht mehr direkt bewusst sind. In diesem Fall sprechen wir von der typischen Vergesslichkeit, die ein Teil des menschlichen Daseins ist. Eine solche Situation ist jedoch nicht mit der Demenz zu vergleichen. Die Vergesslichkeit beruht in den meisten Fällen auf der Situation, dass unser Gehirn gewisse Informationen als nicht mehr notwendig ansieht und sie daher aus dem Bewusstsein verdrängt. Das diese Informationen aber in bestimmten Teilen immer noch vorhanden sind, lässt sich an der Tatsache belegen, dass aufgrund von speziellen Ereignissen oder Momenten, diese Informationen wieder in das Bewusstsein gerufen werden. Dieser Effekt ist auch als der „Aha-Effekt“ bekannt. Der Mensch erinnert sich hier an ein längst aus dem Bewusstsein gestrichenes Erlebnis, was aufgrund von äußerlichen Einwirkungen wieder in das Gedächtnis zurück transportiert wird. Bei einer Krankheit wie der Demenz ist dies nur sehr bedingt wenn nicht sogar gar nicht möglich.

Demenz – Eine tragische Krankheit

Die Demenz ist auch in der heutigen Zeit ein Thema, welches nach wie vor sehr viele Fragen in der Medizin aufwirft. Eine Heilung dieser Krankheit ist auch mit den neusten Techniken und medizinischen Erkenntnissen nicht möglich. Dieser Punkt ist ein wesentlicher Grund dafür, warum sich Menschen besonders vor dieser Krankheit fürchten. Hinzu kommt, dass nicht genau geklärt ist, aus welchen Gründen eine Demenz überhaupt entsteht. Somit kann auch nicht gesagt werden, ob und wann eine solche Krankheit auftreten wird. Zwar ist es in den meisten Fällen so, dass diese Krankheit erst in einem gewissen Alter auftritt, dennoch gibt es aber auch Fälle von Demenzerkrankungen bei jungen Menschen. Es ist also nicht so, dass diese Krankheit nur im Alter erscheinen kann. Die Tragik bei dieser Krankheit ist besonders hoch. Nicht nur der Verlust von wesentlichen Informationen und Wissen ist hier ein Punkt, den man als tragisch ansehen muss. Speziell wenn sich der Verlust des Wissens auf Personen aus dem näheren Umfeld bezieht, ist diese Krankheit besonders schlimm. Nicht nur für die Person selbst, sondern auch für jene Personen, die dieser nahe stehen. So ist es nicht unüblich, dass es im Verlaufe einer Demenz Menschen Personen, die Ihnen eigentlich bekannt sind und nahe stehen, nicht mehr erkennen. Zwar kommen gewisse Erinnerungen ab und an wieder, doch die Situation wird sich im Laufe der Krankheit nicht mehr verbessern. Das diese Situation auch psychische Belastungen für die Menschen aus dem näheren Umfeld mit sich bringt, ist dabei wenig überraschend und praktisch vorprogrammiert. Auch wenn man meist davon ausgeht das ein an Demenz erkrankter Mensch eine solche Situation nicht mehr nachvollziehen kann, so ist nachweislich das diese Personen sehr wohl verinnerlichen welche Situation gerade herrscht. Man spricht hier auch von der emotionalen Aufnahme. Eine Belastung besteht hier also für alle Beteiligten, was die Tragik dieser Krankheit besonders dramatisiert.

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